Historie


Im Frühjahr 1946 fanden sich Handballer aus Reinickendorf, Rosenthal und Wilhelmsruh zusammen, die den damaligen sowjetischen Stadtkommandanten um eine Spielerlaubnis ersuchten. 

 08. April 1946 erhielt die Spielergemeinschaft Wilhelmsruh die Erlaubnis zum Sportbetrieb. Das war die Geburtsstunde der Sportgemeinschaft, und die Handballer waren unsere erste Sektion. Anfangs fand das Handballtraining im Saal des Kulturhauses und in einem alten Speisesaal des Betriebes statt. Gespielt wurde auf dem Großfeld des Sportplatzes Buchhorster Straße in Wilhelmsruh. Dank des großen Zulaufes konnten bald weitere Mannschaften gebildet werden. Auf dem Betriebsgelände entstand ein Handballplatz, und Ende 1950 wurde der Sportplatz "Am Ehrenmal“ in der Schönholzer Heide der Betriebssportgemeinschaft zur Nutzung zur Verfügung gestellt.

Bereits schon 1946, entstand die Sektion Gymnastik, die damit zu den Gründungs-sektionen der Sportgemeinschaft gehörte. Die Trainingsarbeit vollzog sich in dieser Zeit in einer alten Turnhalle sowie im Kulturhaus von Bergmann-Borsig und erfreute sich bald großer Nachfrage. Bereits Ende der 50-iger Jahre konnten über 100 Mitglieder in der Sektion betreut werden, und die Beliebtheit hat sich bis heute nicht verändert. Gegenwärtig betreiben 230 Mitglieder in 14 Gymnastikgruppen ihr wöchentliches Training.

Mit der Spiel- und Sporterlaubnis wurde Walter Stellflug als freiwilligem Funktionär die Betreuung der Spielgemeinschaft Wilhelmsruh übertragen. Sozusagen als „Erster Vorsitzender“ leistete er als Übungsleiter, Initiator und Organisator Pionierarbeit in der Sportgemeinschaft.

Zählte die BSG bei ihrer Gründung 1950 rund 60 Mitglieder, war das Interesse an Sport und der Zulauf zur BSG in den Folgejahren enorm groß, und nach 25 Jahren, im Jahre1975, konnten bereits über 1000 Mitglieder gezählt werden. Bis zum Wendejahr 1990 wuchs die Mitgliederzahl auf ca. 3000 Mitglieder an. 

Mit der Gründung der BSG und einem Trägerbetrieb im Rücken ergaben sich völlig neue sportliche Möglichkeiten. Die sportlichen Angebote und die Anzahl der Sektionen erweiterten sich deutlich. So entstanden in den Anfangsjahren der BSG die Sektionen Tennis (1951), Hockey (1955), Fußball (1956) und Volleyball. Später kamen dann Kegeln (1961), Bogenschießen (1968), allgemeiner Sport (1969), Tischtennis (1973), Ringen ( 1976), Judo, Federball und Winterschwimmen (1980) dazu.

Die Arbeit der BSG war gekennzeichnet durch große Leistungen und Erfolge auf dem Gebiet von Körperkultur und Sport. Aktive Funktionäre aus dieser Zeit waren Hildegard Engelhard, Edmund Smusch, Peter Gorski, Willi Marx, Willi Gerber, Helmut Wilke und selbstverständlich Walter Stellflug; auch nicht zu vergessen unser heutiger Präsident, Prof. Walther, der von Anfang an in der Sektion Tennis aktiv war, zum einen als Spieler, als Übungsleiter und als Abteilungsleiter. 

Die Schwerpunkte der Arbeit in der BSG waren die Weiterentwicklung des Volkssports, die Verbesserung des Leistungsniveaus in allen Sektionen, die Entwicklung des Kinder- und Jugendsports in allen Sportarten und die Sicherung der Entwicklung der materiellen Basis.

Große Aufmerksamkeit galt dem Freizeit- und Erholungssport. 3000 Kolleginnen und Kollegen und 500 Bürger aus dem Wohngebiet beteiligten sich an den von der BSG organisierten Volkssportwettbewerben. Allein an den jährlichen Betriebs-meisterschaften im Kegeln nahmen bis zu 300 Mitarbeiter teil.

Auf Grund des intensiven Trainings in den einzelnen Sektionen konnte ein steigendes Leistungsniveau speziell in den Sportarten Handball, Fußball, Kegeln, Volleyball, Bogenschießen, Tennis und Tischtennis verzeichnet werden. Im Berliner Maßstab wurden vielfältige Erfolge erzielt. Dazu zählen der Ostberliner Meister der Herren im Handball 1962 und der Vizemeister 1967/68, der Ostberliner Meister der Frauen im Volleyball 1974 und der Vizemeister der Schülerinnen 1973. Erfolgreichste Tennisspielerin war Gerda Riewe, die schon als Schülerin DDR-Meisterin im Doppel wurde und mehrere Jahre in der höchsten DDR-Spielklasse startete.

Beweis für die gute Kinder- und Jugendarbeit in den Sektionen waren die Erfolge bei den Kreis- und Bezirksspartakiaden im Hockey, Judo, Ringen und Tischtennis.

Immer wieder war auch die enge Verbindung zwischen Sportgemeinschaft und Trägerbetrieb zu spüren, so bei der Beschaffung von Spezialmatten und Bereitstellung von Trainingskapazitäten im Ringen und Judo, bei Gründung neuer Sektionen wie Tischtennis und Volleyball, bei finanzieller Unterstützung von Freundschaftsvergleichen, z. B. im Handball, Tennis und Kegeln sowie beim Ausbau und Erhalt der Tennisanlage „ Am Ehrenmal“ in der Schönholzer Heide.

Die Sektion „Allgemeiner Sport“ wurde 1969 an der damaligen Betriebsberufsschule des VEB Bergman-Borsig mit 15 Lehrlingen gegründet. Initiatoren waren die Sportlehrer Guderjahn und Sabottke. Durch Erweiterung der Sportarten entwickelte sich aus dem Lehrlingssport eine Betriebssportgruppe mit bis zu 150 Mitgliedern, die regelmäßigen Trainingsbetrieb und regionale Wettkämpfe im Hallenfußball, Tischtennis, Handball, Kraftsport, Volleyball und in der Leichtathletik absolvierten. Initiatoren und verdienstvolle Übungsleiter waren die Sportfreunde Bernhard Antmann und Peter Laue.